Luftbild vom Neumannsgrund
Luftbild vom Neumannsgrund

(Im Zuge der Eingemeindung von Steinheid, OT Neumannsgrund, nach Neuhaus sind die Namen der kleinen Ortschaften ausgelöscht worden, daher die Verkehrsspinne auf der übergeordneten Seite zur Orientierung.)

 

Ablauf der Exkursion im Neumannsgrund

 

Wie stets war die Jahreshauptversammlung mit einem Exkursionsteil verbunden, der der Geschichte und Wirtschaftsstruktur des kleinen, kaum zwei Dutzend Einwohner zählenden Ortes Neumannsgrund galt.

Thomas Schwämmlein informierte über die Geschichte der im 13./14. Jahrhundert einsetzen-den Goldwäscherei und des - letztlich unergiebigen - bergmännischen Goldbergbaus im Raum Steinheid bzw. im Tal der Grümpen ab Ende des 16. Jahrhunderts. Selbst in Augen-schein nehmen konnten die TVV-Mitglieder nach einem etwas abenteuerlichen Aufstieg (ein Jahrzehnt vernachlässigter "touristischer Goldpfad") die vorhandenen Geländerelikte der Bergbautradition: Stolleneingänge des ehemaligen Stollensystems am Hang der Schiffkuppe direkt hinter den Häusern von Neumannsgrund sowie den etwas oberhalb von Neumanns-grund gelegenen Standort der ehemaligen Grube "Güte Gottes", die im 16. Jahrhundert als bedeutendste Goldgrube galt. (Siehe: Thomas Schwämmlein: Goldwäscherei und Goldberg-bau im Flussgebiet der Grümpen, Lkr. Sonneberg - Ergebnisse einer montanarchäologi-schen Prospektion. In: Alt Thüringen 34, 2001, S. 284-303).

In der Grundmühle, genauer gesagt in der seit Anfang der 1990er Jahre nicht mehr als sol-che genutzten Gaststätte der DDR-Ferieneinrichtung "Grundmühle", die uns die Besitzerin, Hella Fasold, für die Durchführung der Jahreshauptversammlung gern noch einmal öffnete, stellte Andrea Jakob anhand historischer Fotoaufnahmen die Geschichte des Ortes bzw. der ehemals über zwanzig Mühlen vor. Die Grundmühle, vormals Neumannsmühle genannt, und wohl der älteste bebaute Standort, scheint 1781 übrigens vorübergehend das einzige Haus im Theuerner Grund (später Neumannsgrund genannt) gewesen zu sein. (Siehe: Andrea Jakob: Es klapperten die Mühlen am rauschenden Bach. Erste Bestandsaufnahme zur Besiedelungs- und Wirtschaftsgeschichte von Neumannsgrund. In: Menschen - Dinge - Landschaften. Erfurt 2011, S. 25-36).

Abschließend führte Kurt Steiner die Teilnehmer durch die ehemalige Rauchwarenzurichterei, die er bis vor zwei Jahren - bis ins Alter von über 80 Jahren - betrieb (siehe auch TVV-Mitteilungen Folge 19, Heft 3, Dezember 2011, S. 24)

Impressionen aus dem Neumannsgrund
Die Exkursion in den Neumannsgrund hatte viel von einer Zeitreise - nicht nur durch den Bildvortrag zu den vielen Mühlen, die einst im Tal der Grümpen klapperten, sondern die Grundmühle, die Keimzelle der Siedlung, wie auch die Werkstatt des letzten Thüringer Rauchwarenzurichters haben sich viel vom Charme längst vergangener Zeiten bewahren können. Die Führung zu den Hinterlassenschaften des Goldbergbaues geriet zudem wegen zugewachsener und verfallener Stiegen zu einer verwegenen Expedition, wo nicht einmal der Guide den rechten Weg mehr fand.
Exkursion Neumannsgrund 2012.doc
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